doerner
Hamburg
info@michaeldoerner.de
Nichts als Risiko-Kunstverein
(Synagoge) Oerlinghausen 2015
  • nichts-als-risiko-kunstverein-synagoge-oerlinghausen-2015
About

Der Hamburger Künstler Michael Dörner war etliche Male in Venezuela und hat diverse Projekte sowohl mit dem Projektraum: „BLAU-Zimmer für Kunst und andere“ als auch mit Studierenden der Hochschule für Künste, Ottersberg, an der er seit 2008 eine Professur inne hat, in Kooperation mit Studierenden der Universidad del Zulia ( FEDA), Maracaibo durchgeführt. Schon zweimal hat er auch mit studentischen Projekten an den Remix Projekten in Hamburg teilgenommen.

Für seinen künstlerischen Beitrag zur Velada Remix 2015 hat er 5 Hamburger Künstlerinnen ausgewählt, die mit den unterschiedlichsten Medien und Themen arbeiten. Er ging dabei davon aus, dass das Thema „Traum – Traumzimmer“ seines venezolanischen Kollegen Clemente Martínez vielfach und mehrschichtig interpretierbar ist und durch die Arbeiten der im folgenden vorgestellten Künstlerinnen abdeckt wird.

Silke Silkeborgs Arbeitsweise steht im Kontext künstlerischer Feldforschung. Sie erforscht malerisch das Dunkel der Nacht, um die Grenzen der Wahrnehmung und des Darstellbaren auszuloten. Ihre nächtens entstehenden Bilder versteht sie somit als unmittelbar vor Ort angestellte Untersuchungen im Medium der Malerei. Dabei versucht sie auch, die Spezifika nächtlicher Phänomene sowie die visuellen Extreme von Licht zu Dunkelheit zu erkunden. Darüber hinaus hat mein Ansatz auch einen performativen Aspekt: Ich ziehe los mit schwer beladener Sackkarre und in mehrere Kleidungsschichten eingepackt, um mit Stirnlampe am vorab recherchierten Ort im Dunkeln bzw. Halbdunkel zu malen.

Judith Walgenbachs Werk umfasst konzeptionelle Designs, Installationen, Skulpturen, Zeich-nungen, digitale Bilder und Social Art-Projekte. Jedes der Werke hat einerseits seine Eigenständigkeit und individuelle Bedeutung. Andererseits stehen sie nicht einfach additiv nebeneinander, sondern sind miteinander verbunden über den Ansatz »Epistemologische WissenschatsKunst«, der auf eine Integration von Kunst, Wissenschaft und Alltag gerichtet ist. Um die Interdisziplinarität nicht nur auf die Künste zu beschränken, besteht seit 1989 eine Zusammenarbeit mit dem internationalen und interkulturellen Forschungs-Netzwerk »Interdisciplinary Self-System Design INSYDE«, das von Forschern des interdisziplinären Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften IPN an der Universität Kiel in Kooperation mit Künstlern und Wissenschaftlern aus Europa und Lateinamerika.

Kyung-hwa Choi-ahoi ist eine koreanische Künstlerin, die seit 1994 in Hamburg lebt und arbeitet. Ihr Medium ist die Zeichnung und das geschriebene Wort.

„Sie registriert Alltägliches, aber in Konstellationen, die uns verwirren und ratlos machen. In ihren Zeichnungen wirkt das Vertraute rätselhaft, vertrackt und bestürzend. Winzige Menschen stehen vor riesigen Früchten; aus einem Wasserhahn rinnt Farbe: Dinge, die jemand in der Hand hält, werden durch Striche dargestellt, die gleichzeitig den Raum festlegen. Die Irritation wird dabei durch einfache Kunstgriffe wie die Vervielfältigkeit von Figuren in unterschiedlicher Größe und Richtungen, die Durchkreuzung der Raumillusion oder durch den abrupten Wechsel von Nähe und Ferne erzeugt; und doch stellt sich nachhaltig der Eindruck einer überbordenden, unerschöpflichen Vielfalt ein.

Den Eigensinn, der sich in den Zeichnungen behauptet, das, was sie so faszinierend macht, generiert der Blick der Fremden, deren Sehweisen in einer anderen kulturellen Welt geprägt wurden, und aus der Art, zu zeichnen, die dieser Sehweise entspricht.“ Fritz W. Kramer

Nana Petzet beschäftigt sich in ihre aktuellen Arbeiten thematisch mit dem Biotopschutz und der Frage der Erhaltung der Biodiversität im städtischen Raum befassen. In der von der Kulturbehörde geförderten Arbeit „Modellbiotop Peutegrund“ kategorisierte und dokumentierte Nana Petzet filmisch die Tier und Pflanzenwelt eines der letzten Biotope im Hamburger Hafen mit der Intention, diesen bisher als Altlastverdachtsfläche und Hafenerweiterungsgebiet definierten Brachraum mit künstlerischen Mitteln in seinem Wert sichtbar zu machen, – und seine Neubewertung anzustoßen.

Mit dem "SBF-System", einem fiktiven Gegenmodell zum Grünen Punkt wandte sich Nana Petzet 1995 dem Thema Hausmüll zu. Im Selbstversuch sammelte sie ein halbes Jahr lang alle in ihrem Vierpersonenhaushalt anfallenden Verpackungsabfälle und untersuchte deren Recycelbarkeit. Ihre Hausmüllsammlung inventarisiert sie mit dem ausgeklügelten Kunstinventarisationsprogramm HIDA MIDAS. Auf überraschende Weise brachte sie so zwei gegensätzliche gesellschaftliche Tendenzen - die allgemeine Wegwerfmentalität und den Drang zur Musealisierung - zusammen.

Birgit Brandis hat sich in den letzten Jahren ausgehend von ihrer Malerei vorwiegend mit der Hochsdrucktechnik beschäftigt. Mit aus Styrodur und Spanplatten geschnittenen Schablonen druckt sie geometrische Strukturen und abstrakte dynamische Formen auf großformatige Papierbögen.

„Birgit Brandis ist eine Forschernatur voller Energie und Entdeckergeist. Beides kanalisiert und integriert sie in Form einer häufig in der Wissenschaft eingesetzten Methode in ihren Arbeitsprozess: die der Beobachtung. Ausgehend von einer großen Bandbreite an Themen untersucht sie die Struktur von Natur und Raum, aber auch immer wieder optische Phänomene und Muster. Sie nimmt ihren Lebensraum sehr bewusst wahr, hinterfragt Strukturen unseres Alltags, betrachtet die Lebendigkeit der urbanen Natur, beispielsweise, wenn sie aus ihrem Fenster im 12. Stockwerk Vogelschwärme füttert. Immer wieder stößt man auf Aspekte von Metamorphosen und Vergänglichkeiten, aber auch der städtischen Rückeroberung durch die Natur. Die Kamera wird zum Dokumentar dieser Entdeckungen und die Fotografien zur Quelle für die Entwicklung von Bildideen, auch wenn sie in der fertigen Arbeit oft nur fragmentarisch sichtbar bleiben – als Dekonstruktion von Alltäglichem, wieder zusammengefügt zu etwas Neuem.“ Franziska von Keitz

 

Michael Dörner. Es gibt stets unterschiedliche Arten, Dörners Kunst zu betrachten oder mit ihr umzugehen. Auch einen griffigen, sofort wieder erkennbaren Dörner-Stil sucht man vergebens. Bestimmte einzelne Stilelemente oder Materialien als Markenzeichen auszumachen, wäre vorschnell.

Ein Thema seines komplexen Werkes ist das Spiel mit der Wahrnehmung, die Konfrontation des Rezipienten mit einer scheinbaren Identität der Dinge, das Infragestellen gewohnter Sinneserfahrung, ein Verweisen darauf, dass die Dinge nicht dass sind, was sie zu sein scheinen.  Gleichwohl gibt es Dinge, die wiederholt auftreten und einen gewissen Identifikationseffekt erzielen. Er ist ein Künstler, der die Grenzen zwischen angewandter und freier Kunst genauso auflöst, befragt und neu erstellt, wie er darauf aufmerksam macht, dass visuelle Wahrnehmung etwas anderes ist als sprachliche Aneignung und Weiterverarbeitung. Das unmittelbar Sichtbare ist bei ihm stets nur Anker oder Köder, um die Betrachter in ein Spiel mit den Fallen der Wahrnehmung und der scheinbaren Identität der Dinge zu verwickeln.

 

Biografie - Kurzfassung

Geboren: 1959, Wiesloch, Baden

Hochschule für Bildende Künste Hamburg, 1984 - 90

 

Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, 1986 - 1990

New-York  Auslandstipendium der Studienstiftung, 1990/91

Hamburgstipendium 1994

Piepenbrock Nachwuchspreis '94 für Bildhauerei, Osnabrück

Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg, 2006

 

Lehrauftrag an Hochschule Wismar, Fachhochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung, 1998

Gastprofessur an  der International Academy For Art And Design, HAW Hamburg, 1998

Gastprofessur Iwamizawa International Sculpture Camp, Japan, 2000

Gastprofessur an der Internationalen Sommerakademie Wismar, 2001

Professur für Freie bildende Kunst an der Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg seit 2008

 

Arbeiten im Öffentlichen Raum:

Foyer der Stadtgalerie Kiel, 2001

Kiosk in der Schule an der Türkenstraße München, 2003

Türme für Allermöhe – Zuckerstangen für eine neue Stadt, Neu Allermöhe Hamburg, 2004

Freut Euch! Spitalplatz Göppingen, 2005

Versehen, Portal der Stadtgalerie Kiel, 2006

Lola, Gemeinschaftsschule Hohenlockstedt, 2007

Geniestreich, HZDR – Helmholtz Zentrum Dresden - Rossendorf, Gästehaus, 2011

 

Zahlr. inter- und nationale Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland.